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Virtuelle Sportwetten 2026: Darf man in Deutschland darauf wetten?

Kurz gesagt: Nein. Virtuelle Sportwetten sind in Deutschland nicht erlaubt, und nach unserem Stand hat kein Buchmacher mit deutscher Erlaubnis sie im Programm. Der Grund steht im Glücksspielstaatsvertrag: Eine Sportwette braucht einen echten Wettkampf zwischen Menschen, und den gibt es bei einem Spiel aus dem Computer nicht. Hier liest du, wie virtuelle Sportwetten funktionieren, warum sie bei legalen Anbietern fehlen und worauf du stattdessen setzen kannst.

  • Die Rechtslage in Deutschland
  • So entsteht ein virtuelles Spiel
  • Virtuell, Replay oder eSports: der Unterschied
  • Legale Alternativen für spielfreie Tage
Julian, Redaktionsleiter bei wettbonus360.com
Redakteur
Enrico, Qualitätssicherung bei wettbonus360.com
Geprüft durch
  • Enrico
Veröffentlicht

18.10.2026

Aktualisiert

22.10.2026

Nein. Seit Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) bundesweit, was überhaupt als Sportwette gilt. Laut § 3 Abs. 1 sind Sportwetten Wetten zu festen Quoten auf ein Sportereignis, und ein Sportereignis ist ein sportlicher Wettkampf zwischen Menschen nach festen Regeln.

Bei einer virtuellen Sportwette tritt aber niemand an. Ein Programm berechnet das Ergebnis und spielt dir dazu ein Video ab. Damit fehlt genau das, was eine Sportwette nach dem Gesetz ausmacht. Eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für Sportwetten deckt solche Spiele deshalb nicht ab.

Dazu kommt § 21 Abs. 5 GlüStV: Buchmacher mit deutscher Erlaubnis dürfen nur Wetten anbieten, die die GGL vorher nach Art und Zuschnitt freigegeben hat. Simulierte Spiele gehören nicht dazu. Auch virtuelle Pferderennen sind keine Lösung, denn Pferdewetten knüpft das Gesetz an echte, öffentliche Rennen. Welche Anbieter echte Pferdewetten anbieten dürfen, siehst du auf unserer Seite zu Pferdewetten.

Vor der bundesweiten Regulierung hatten übrigens auch einige große Buchmacher virtuelle Fußballspiele oder Rennen im Programm. Mit der deutschen Erlaubnis sind sie aus den deutschen Wettprogrammen verschwunden. Artikel im Netz, die das anders darstellen, sind schlicht veraltet.

Frage Antwort
In Deutschland erlaubt? Nein, es fehlt ein echter Wettkampf zwischen Menschen
Bei legalen Buchmachern? Nach unserem Stand bei keinem Anbieter auf der GGL Whitelist
Virtuelle Pferderennen? Ebenfalls nein, erlaubt sind nur Wetten auf echte Rennen
Wer bietet sie an? Nur Anbieter ohne deutsche Erlaubnis
Legale Alternative Wetten auf echte Spiele, die noch ausstehen

Was sind virtuelle Sportwetten?

Virtuelle Sportwetten, oft auch Virtual Sports genannt, sind Wetten auf Spiele, die es nie gegeben hat. Ein Computer erzeugt Mannschaften, Spieler oder Pferde, lässt sie gegeneinander antreten und bestimmt den Ausgang per Zufallsgenerator. Was du auf dem Bildschirm siehst, ist eine Animation, die zum Ergebnis passt.

Ein virtuelles Fußballspiel dauert meist nur wenige Minuten, danach startet sofort das nächste. Es gibt keine Halbzeitpause, keine Sommerpause und keine Nachtruhe. Genau das macht das Format für Anbieter so interessant und für Spieler so riskant.

Diese virtuellen Sportarten findest du typischerweise bei Anbietern im Ausland:

Virtuelle Fußballwetten

Der Klassiker. Erfundene Ligen oder Teams, die an echte Vereine erinnern, spielen im Abstand von wenigen Minuten gegeneinander. Getippt wird auf die gewohnten Märkte wie Sieg, Unentschieden, Über/Unter oder das genaue Ergebnis.

Virtuelle Tenniswetten

Meist werden nur einzelne Spiele oder ein verkürzter Satz simuliert. Gewettet wird auf den Sieger, das Satzergebnis oder die Anzahl der Spiele.

Virtuelle Pferderennen und Hunderennen

Die ältesten Virtual Sports, ursprünglich aus britischen Wettbüros. Neben der Siegwette gibt es Platzwetten und Wetten auf die genaue Reihenfolge im Ziel.

Weitere Sportarten

Je nach Anbieter kommen Basketball, Motorsport oder Radrennen dazu. Das Prinzip bleibt immer gleich: ein animiertes Rennen oder Spiel, dessen Ergebnis aus dem Zufallsgenerator stammt.

Achtung bei der Virtual Bundesliga

Wer nach Wetten auf die virtuelle Bundesliga sucht, meint oft etwas ganz anderes. Die Virtual Bundesliga (VBL) ist ein eSports Wettbewerb der DFL, bei dem echte Spieler am Computer gegeneinander antreten. Das ist also kein Zufallsspiel, sondern eSports, und dafür gibt es in Deutschland ebenfalls keine Wetterlaubnis.

So entsteht ein virtuelles Spiel

Hinter jedem virtuellen Spiel steckt dasselbe Prinzip, egal ob Fußball oder Hunderennen:

  1. Stärken festlegen: Jedes Team oder Tier bekommt im Programm feste Werte. Daraus ergibt sich, wie wahrscheinlich ein Sieg ist.
  2. Quoten berechnen: Aus diesen Wahrscheinlichkeiten macht der Anbieter Quoten und rechnet seine Marge gleich mit ein.
  3. Zufall entscheiden lassen: Spätestens zum Start steht das Ergebnis per Zufallsgenerator fest.
  4. Video abspielen: Erst jetzt läuft das Spiel als Animation über den Bildschirm.
  5. Abrechnen und weiter: Die Wette wird sofort ausgewertet, und wenige Minuten später beginnt die nächste Runde.
So entsteht ein virtuelles Spiel in fünf Schritten: Stärken festlegen, Quoten mit Marge berechnen, Zufall entscheidet, Video läuft, nächste Runde
So entsteht ein virtuelles Spiel in fünf Schritten. Grafik: wettbonus360.com

Der entscheidende Unterschied zu echtem Sport: Es gibt nichts zu analysieren. Form, Verletzungen, Taktik oder Wetter spielen keine Rolle, weil es sie schlicht nicht gibt. Einen Wissensvorsprung kannst du dir also nicht erarbeiten. Auf lange Sicht setzt sich deshalb immer die eingebaute Buchmacher Marge durch, ganz ähnlich wie bei einem Spielautomaten.

Virtuell, Replay, eSports oder echte Sportwette: Was ist was?

Im Netz werden diese Begriffe gern durcheinandergeworfen. Dabei steckt jeweils etwas anderes dahinter, und rechtlich gibt es klare Unterschiede.

Virtuelle Sportwetten, Replay Sports, eSports und klassische Sportwetten im Vergleich: nur die klassische Sportwette ist in Deutschland legal
Nur die klassische Sportwette ist in Deutschland legal. Grafik: wettbonus360.com
Wettform Was dabei passiert In Deutschland legal?
Virtuelle Sportwetten Ein Computer erfindet das Spiel und bestimmt den Ausgang per Zufall Nein
Replay Sports Ein echtes Spiel aus der Vergangenheit läuft noch einmal ab Nein
eSports Menschen treten in Computerspielen wie CS2 oder League of Legends gegeneinander an Nein, für eSports Wetten gibt es keine Erlaubnis
Klassische Sportwetten Echte Sportler treten in einem Spiel an, das noch aussteht Ja, bei Anbietern auf der GGL Whitelist

Mehr dazu findest du auf unseren Seiten zu Replay Sports Wetten und eSports Wetten.

Warum Anbieter mit virtuellen Sportwetten keine gute Idee sind

Wer heute virtuelle Sportwetten spielen will, landet zwangsläufig bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Das bringt gleich mehrere Probleme mit sich:

  • Strafbarkeit: Nicht nur das Anbieten, auch die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel kann nach § 285 StGB strafbar sein.
  • Kein Spielerschutz: Ohne deutsche Erlaubnis greifen weder das anbieterübergreifende Einzahlungslimit über LUGAS noch die Sperrdatei OASIS.
  • Unsichere Auszahlung: Gibt es Streit um einen Gewinn, hast du kaum eine Handhabe, weil keine deutsche Behörde zuständig ist.
  • Hohes Suchtrisiko: Ein neues Spiel alle paar Minuten, rund um die Uhr. Gerade dieser schnelle Takt macht Glücksspiel besonders gefährlich.

Woran du virtuelle Spiele erkennst

  • Ein eigener Bereich mit Namen wie Virtual Sports, Virtuals oder V Sports
  • Ein Countdown bis zum nächsten Start, oft nur wenige Minuten
  • Teamnamen, die echten Vereinen nur ähneln, oder erfundene Spieler und Pferde
  • Spiele rund um die Uhr, auch nachts, ohne dass irgendwo eine echte Liga läuft

Stößt du bei einem Anbieter auf so etwas, ist das ein deutliches Zeichen, dass er keine deutsche Erlaubnis hat.

Viele dieser Seiten werben mit virtuellen Spielen ausdrücklich als Ersatz für Tage ohne Fußball. Lass dich davon nicht locken. Woran du einen legalen Buchmacher sicher erkennst, erklären wir auf der Seite Sportwetten legal. Alle Anbieter mit Erlaubnis findest du in unserem Beitrag zur GGL Whitelist.

Spielfreie Tage: Diese legalen Alternativen hast du

Meist greift man zu virtuellen Spielen, wenn gerade nichts Echtes läuft. Dabei ist der Sportkalender dichter, als viele denken:

  • Livewetten: Irgendwo auf der Welt läuft fast immer ein Spiel, auf das du direkt tippen kannst
  • Tennis: Turniere über fast das ganze Jahr verteilt, oft auch zu ungewöhnlichen Uhrzeiten
  • Darts und Eishockey: im Herbst und Winter mit Spielen an vielen Tagen der Woche
  • American Football: NFL Spiele am Sonntagabend und in der Nacht
  • Langzeitwetten: Tipps auf Meister, Absteiger oder Torschützenkönig, die du jederzeit abgeben kannst

Und wenn dich gerade nichts davon reizt, ist das ein guter Moment für eine Pause. Fällt dir die schwer, findest du auf unserer Seite Spielsucht Hilfe Beratungsstellen und konkrete Tipps.

So sind wir für diese Seite vorgegangen

Die Rechtslage haben wir direkt im Text des Glücksspielstaatsvertrags 2021 nachgelesen, vor allem in § 3 mit den Begriffen und in § 21 zu den Sportwetten. Welche Buchmacher legal sind, gleichen wir mit der Whitelist der GGL ab. Sollte die Behörde virtuelle Spiele irgendwann doch zulassen, passen wir diese Seite an.

Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Ratgeber nicht. Bevor er online ging, hat ihn wie jeden unserer Texte ein zweiter Redakteur gegengelesen.

Zuletzt aktualisiert

Wann Was neu ist
Oktober 2026 Seite neu erstellt: Rechtslage, Funktionsweise, Abgrenzung zu Replay Sports und eSports, Erkennungsmerkmale, legale Alternativen

Virtuelle Sportwetten: Häufige Fragen

Wetten auf Spiele, die ein Computer erzeugt. Ein Zufallsgenerator bestimmt das Ergebnis, auf dem Bildschirm läuft dazu eine Animation. Echte Sportler oder Teams treten dabei nicht gegeneinander an.

Nein. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 versteht unter einer Sportwette eine Wette auf einen sportlichen Wettkampf zwischen Menschen. Ein simuliertes Spiel erfüllt das nicht, deshalb dürfen Anbieter mit deutscher Erlaubnis keine virtuellen Sportwetten anbieten.

Nur Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Bei den Buchmachern auf der Whitelist der GGL findest du nach unserem Stand keine virtuellen Spiele. Von Seiten, die damit werben, raten wir ab, weil dort weder deutscher Spielerschutz noch deutsche Aufsicht greifen.

Nicht auf Dauer. Das Ergebnis entsteht per Zufall, Form oder Statistiken gibt es nicht. Weil die Marge des Anbieters in jeder Quote steckt, verlierst du langfristig im Schnitt Geld, ganz ähnlich wie an einem Spielautomaten.

Nein. Pferdewetten sind in Deutschland nur auf echte, öffentliche Rennen erlaubt. Virtuelle Pferderennen und Hunderennen fallen nicht darunter und sind bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis deshalb nicht zu finden.

Nein. Beim virtuellen Fußball rechnet ein Computer das Ergebnis aus. Bei eSports spielen echte Menschen ein Computerspiel gegeneinander, etwa EA FC. Wetten auf eSports sind in Deutschland allerdings ebenfalls nicht erlaubt.

Nicht legal. Die Virtual Bundesliga ist ein eSports Wettbewerb der DFL, bei dem echte Spieler am Computer gegeneinander antreten. Für Wetten auf eSports gibt es in Deutschland keine Erlaubnis, deshalb findest du die VBL bei keinem Anbieter mit deutscher Lizenz.

Früher hatten auch einige große Buchmacher virtuelle Fußballspiele oder Rennen im Angebot. Mit der deutschen Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 dürfen sie nur noch Wetten auf echte Sportereignisse anbieten, deshalb sind die virtuellen Spiele aus den deutschen Wettprogrammen verschwunden.

Fazit: Sieht aus wie Sport, funktioniert wie ein Automat

Bei virtuellen Sportwetten entscheidet ein Zufallsgenerator, ein Video liefert die Spannung, und die Marge des Anbieters ist fest eingebaut. In Deutschland zählen sie deshalb nicht als Sportwette, und kein legaler Buchmacher darf sie anbieten.

Wer tippen möchte, ist mit echten Spielen bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis deutlich besser aufgehoben. Welche Buchmacher wir empfehlen, siehst du in unserem Wettanbieter Vergleich.

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